Ein kurzer Überblick für internationale Fachkräfte (z.B. aus Brasilien oder anderen Nicht-EU-Ländern), um das deutsche Gehalts- und Arbeitsrechtssystem besser zu verstehen.
A. Wie wird der Nettolohn in Deutschland berechnet?
In Deutschland wird immer ein Bruttogehalt (Salário Bruto) verhandelt. Von diesem Betrag zieht der Arbeitgeber automatisch Steuern und Sozialabgaben ab und überweist sie an den Staat. Was auf dem Konto landet, ist das Nettogehalt (Salário Líquido). Die Abzüge betragen bei einem durchschnittlichen Einkommen (Ledig, ohne Kinder) etwa 30 bis 35 %.
- Lohnsteuer (Imposto de Renda): Steigt progressiv mit dem Einkommen. Die Höhe hängt von der sogenannten Steuerklasse (Classe de imposto) ab, die sich nach dem Familienstand richtet. Ehepaare können oft Steuern sparen.
- Sozialversicherung (Seguridade Social): Die Beiträge werden fast genau 50/50 zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Arbeitnehmeranteil (ca. 20 % vom Brutto) umfasst:
- Krankenversicherung (~7,3 %): Volle Abdeckung von Arztbesuchen, Krankenhaus, Operationen (ohne große Zuzahlungen).
- Rentenversicherung (9,3 %): Für die staatliche Altersrente (Previdência).
- Arbeitslosenversicherung (1,3 %): Absicherung bei Jobverlust (man erhält i.d.R. 60-67 % des letzten Nettolohns für bis zu 12 Monate).
- Pflegeversicherung (~1,7 bis 2,2 %): Falls man im Alter pflegebedürftig wird.